Übungen/Jahreshauptübung 2005

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Jahreshauptübung 2005: Brand in Halle der Firma "Handtke-Wiros", 2 Personen vermißt, 1 Person unter einem Coil eingeklemmt.

Am 29.10.2005 fand die Jahreshauptübung der Löscheinheit Stockum - erneut in Zusammenarbeit mit den Löscheinheiten Annen und Auf dem Schnee sowie der SEG-IuK - in den Hallen der Firma Handtke-Wiros in Witten-Stockum statt. Dieses Jahr wurde ein zweigeteilter Einsatz gefahren - während die Löscheinheiten Annen und Schnee eine Brandbekämpfung sowie die Suche nach 2 vermißten Personen in einer hinteren Halle übten, mußten die Stockumer Kräfte eine Person befreien, die unter einem Stahl-Coil (Stahlblech auf Rolle) eingeklemmt war.

Eingeklemmte Person (Dummy) unter einem Stahl-Coil

Um eine solche Last zu heben und eingeklemmte Personen zu befreien, werden keine Kräne, Gabelstapler oder dergleichen eingesetzt, selbst wenn diese (wie auch in diesem Fall) zur Verfügung stehen - die Gefahr einer abrupten Gewichtsverlagerung der angehobenen Last mit daraus resultierenden Gefahren (weitere Verletzungen der eingeklemmten Person oder der rettenden Kräfte) wäre zu hoch. Stattdessen nimmt die Feuerwehr in einem solchen Fall "langsamer" hebende, genauer zu dosierende Werkzeuge - in diesem Fall pneumatische Hebekissen.

Vorbereitende Arbeiten vor dem Heben des Coils

Zwei dieser Hebekissen können vom Steuerpult (gelbe Box neben dem linken hinteren Kameraden) aus parallel bedient werden. Die Technik ist hierbei denkbar einfach: Von einer Standard-Pressluft-Flasche (üblicherweise eine Flasche, wie sie auch für die Atemschutz-Geräte der Kameraden eingesetzt wird) werden die Kissen über das Steuerpult gefüllt - im Pult sind hierfür zwei Ventil-Hebel angebracht, die das separate Aufblasen und Entleeren der Kissen ermöglichen. Zuleitungen mit verschiedenen Farben erleichtern hierbei die Unterscheidung der beiden Kissen und die Anweisungen (zum Beispiel "Rotes Kissen langsam aufblasen"). Um ein Absinken oder Wegrutschen der einmal gehobenen Last zu verhindern, wird diese mit Keilen und Hölzern unterbaut.

Auf der Suche nach vermißten Personen.

Während in der vorderen Halle die Kameraden mit der technischen Rettung des Eingeklemmten beschäftigt waren, wurden in der hinteren, "brennenden" Halle noch 2 Personen vermißt und mußten gesucht werden. Man sieht auf dem Foto eine "Kette" aus 4 vorrückenden Kameraden - hier haben sich 2 Trupps zusammengeschlossen, um gemeinsam eine große Breite der Halle abzutasten. Der Kamerad rechts auf dem Foto nutzt zusätzlich noch den Stiel der Feuerwehr-Axt, um seinen Tastradius zu vergrößern. Dem Tastsinn kommt bei der Suche nach einem Vermißten in einem verrauchten Raum tatsächlich eine große Bedeutung zu - die Sichtweite beträgt oft weniger als 20 Zentimeter. Um diesem Zustand in der (deutlich sichtbar) nicht verrauchten Halle Rechnung zu tragen, sind die Masken der eingesetzten Kameraden mit einer milchigen Folie überklebt.

Eine Person wurde gefunden und wird versorgt

Eine gefundene Person wird mit einem Fluchtretter ausgestattet - einer Filtermaske, die speziell auf die giftigen Gase im Brandrauch ausgelegt ist - und aus dem Gefahrenbereich gebracht. Da in diesem Fall die Person nicht ansprechbar war (und dementsprechend auch nicht mehr in der Lage, selber - gegebenenfalls mit Unterstützung - zum Ausgang zu gehen), wird sie auf eine Trage geschnallt und danach ins Freie getragen.

Kühlen der Hallenwand / Löscharbeiten

Um ein Übergreifen der Flammen von der brennenden Halle auf die umliegenden Hallen und Wohnhäuser zu verhindern, wurde eine Riegelstellung aufgebaut - im Außenbereich auch in der Übung mit Wasser (in der Halle wurde darauf aus Rücksicht auf mögliche Wasserschäden verzichtet).

Während der Übung war die Hörder Straße zwangsweise halbseitig gesperrt

Auch wenn wir uns normalerweise bemühen, bei unseren Übungen so wenig Störungen wie möglich zu verursachen, war doch hier eine halbseitige Sperrung der Hörder Straße nicht zu umgehen. Da obendrein der nächste Hydrant direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite lag, war auch die Nutzung der Schlauchbrücken nicht zu verhindern.

Hierbei lies sich auch wieder feststellen, dass einige Autofahrer entweder nicht wissen, wie man ein solches Hindernis sauber überquert, oder sich nicht daran erinnern können, ob ihr Auto Front- oder Heckantrieb hat. Den Vogel schoß hierbei ein Fahrer ab, der sein Fahrzeug so unglücklich über die Schlauchbrücken bugsierte, dass er zurücksetzen musste. Hierbei beschädigte er nun den Schlauch, was bei seinem Fahrzeug zu einer kostenlosen, wenn auch unerwünschten Unterbodenwäsche und bei ihm zu einem hochroten Kopf führte - und bei den Kameraden zur Notwendigkeit, die Straße kurzfristig komplett zu sperren, um einen neuen Schlauch zu verlegen.

Langsam und vorsichtig - so kommt man über die Schlauchbrücken

Aus diesem Grund möchte ich hier kurz erwähnen, dass eine solche Schlauchbrücke am besten mittig und mit gleichbleibender, geringer Geschwindigkeit überquert werden sollte - plötzliches Beschleunigen auf der Schlauchbrücke ist nicht hilfreich und kann zu Beschädigungen an Fahrzeug und Schlauch führen.

Traditionsgemäß hieß es nach dem Ende der Übung und der Aufräumarbeiten wieder "Guten Appetit" - dieses Mal am Gerätehaus der Löscheinheit Stockum, wo der Grill bereits glühte und die Rauchentwicklung nicht mißtrauisch, sondern erfreut zur Kenntnis genommen wurde - so ein Feuer kann halt auch Feuerwehrleute erfreuen, wenn es sich derart nützlich macht.

Unsere Grillmeister Ingo (hinten) und Walter (vorn) sorgen für das leibliche Wohl
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